Klebstoff WissenssammlungMaertin 2K Reaktionsklebstoffe 2

Klebstoffe können je nach Anwendung, Zusammensetzung oder Verfestigungsmechanismus in unterscheidliche Gruppen unterteilt werden. Die gängigsten Unterteilungen haben wir auf unserer Produktseite aufgeführt! Zudem erhalten Sie hier Sie umfangreiche Informationen zu unseren Klebstoffen! Sie benötigen eine ausführliche und weitergehende Beratung? Dann kontaktieren Sie gerne unsere Fachberater! 

 

Klebstoff Kompendium

2K-Reaktionsklebstoffe (Epoxy, Methacrylat MMA's)

Epoxidharz-Klebstoffe sind zweikomponentig aus Harz und Härter aufgebaut und können sowohl bei Raumtemperatur als auch bei höheren Temperaturen aushärten. Da der ausgehärtete Klebstoff eine sehr hohe Festigkeit besitzt, wendet man diese Klebstoff-Klasse häufig für strukturelle Verklebungen zum Beispiel im Fahzeug- und Flugzeugbau an.

Methylmethacrylat-Klebstoffe sind zwei-komponentige Reaktionsklebstoffe welche hauptsächlich zur strukturellen Verklebung von Metallen und Kunststoffen eingesetzt werden. Die wesentlichen Eigenschaften sind: hohe Festigkeit hohe Elastizität und schnelle Aushärtung! Durch diese Kombination aus hoher struktureller Festigkeit und Elastizität ergeben sich viele Vorteile im Vergleich zu anderen Klebstoffsystemen, die entwedr hochfest, aber relativ spröde (z.B. Epoxidharze) oder eastisch, aber mit geringer Festigkeit (z.B. Polyurethan) sind.

 

Anaerobe- und Sofortklebstoffe

Diese Gruppe von Klebstoffen wird als 1K-System angewendet. Das Besondere dabei ist, dass die Härtereaktion nur unter Ausschluss von Sauerstoff (anaerob) und in Anwesenheit von Metallionen startet, wenn der Klebstoff in einer engen metallischen Klebfuge von der Umgebungsluft abgeschlossen wird. Es können nur metallische Werkstoffe damit geklebt werden: da für die Aushärtung freie Metallionen als Reaktionspartner benötigt werden muss mindestens ein Fügepartner in der Lage sein, freie Metallionen abzugeben. Bei Solchen Metall-Nichtmetall-Verklebungen empfiehlt sichd er Einsatz eines Aktivators. Aus diesem Mechanismus ergibt sich das Hauptanwendungsgebiet dieser Klebstoffe als Schraubensicherung und zur Wellen- und Flanschverklebung.

Cyanacrylat-Klebstoffe sind im Allgemeinen besser bekannt unter dem Begriff Sekunden- oder auch Superkleber. Voraussetzung für den Start der Polymerisation, die zur Aushärtung  führt, ist das Vorhandensein polarer Gruppen oder Teilchen, beispielsweise die OH-Ionen in der Feuchtigkeitsschicht an den Fügeoberflächen. Verklebungen mit Cyanacrylat-Klebstoffen sind nicht feuchtigkeits- oder temperaturstabil, da unter entsprechenden Bedingungen das Polymer wieder gespalten wird. Außerdem lassen sich nur kleine Flächen richtig verkleben. Verbindungen lassen sich mit Hilfe von Aceton wieder lösen.

 

Doppelseitige Hochleistungsklebebänder (3M VHB)

Doppelseitige Hochleistungsklebebänder aus 100% geschlossenzelligem Acrylklebstoff garantiert eine dauerhaft starke Verbindung und hohe Soforthaftung. Die Klebebänder haben eine hohe Temperatur-, Witterungs-, UV- und Lösungsmittelbeständigkeit. Zudem verfügen sie über eine hohe Anpassungsfähigkeit an die zu klebende Oberfläche und verbinden somit nahezu alle Materialien. 

 

Kontaktklebstoffe und Schmelzklebstoffe

Kontaktklebstoffe (auch Kraftkleber) können sowohl Lösemittelklebstoffe als auch Dispersionsklebstoffe sein, die im Kontaktklebeverfahren verarbeitet werden. Als Bindemittel für diesen Klebstofftyp werde Polymere verwendet, die nach Verdunsten des Lösemittels nach einer gewissen Zeit vom amorphen zum kristallinen Zustand übergehen, wobei sich ihre Festigkeit stark erhöht. Die Klebung ist sofort nach dem Fügen belastbar. So lassen sich beispielsweise auch zwei Metallplatten großflächig mit lösemittelhaltigen Klebstoffen kleben.

Schmelzklebstoffe - of auch als Hotmelts bezeichnet - sind bei Raumtemperatur fest und werden durch Aufschmelzen verarbeitbar. Die heiße Klebstoffschmelze wird auf das zu verklebende Teil aufgebracht und sofort mit dem zweiten Teil innerhalb der Offenzeit verfügt. Unmittelbar nach dem Abkühlen und Erstarren des Klebstoffs ist die Verbindung fest und funktionsfähig.

 

MS Polymere

Hierbei handelt es sich um eine reltiv neue Klebstoffart. Die Vernetzung entsteht wie bei den Silikonen durch die Reaktion mit Luftfeuchtigkeit. MS Polymere sind meistens zähelastisch mit einer hohen Klebkraft. Mitunter werden Sie auch Hybridklebstoffegenannt, weil Polymere und Silian ein Hybrid ergeben.

 

Polyurethan Klebstoffe (PUR)

Polyurethan Klebstoffe sind als 1- oder 2-Komponenten-Klebstoffe erhältlich, welche durch Polyaddition aushärten können. Die Einkomponenten-PUR-Klebstoffe härten unter Zugabe von Luftfeuchtigkeit und/oder Wärme aus. Es besteht die Möglichkeit, beide Aushärtmechanismen zu verbinden, so dass eine erste Handfestigkeit durch die Luftfeuchtehärtung, die Endfestigkeit der Verklebung aber erst unter Wärmeeinwirkung eintritt. In den Verkehrsmitteln wie Straße, Schiene, Luft und Wasser spielen sie eine Rolle, ebenso in der Schuhindustrie, Glasverarbeitung, Buchbinderei etc. Eine besondere Form der PUR-Klebstoffe stellen die reaktiven Schmelzklebstoffe dar, die ähnlich wie die normalen (nichtreaktiven) Schmelzklebstoffe vor der Verarbeitung erwärmt werden müsste, später aber durch Reaktion mit Wassermolekülen chemisch vernetzen.

 

Silikon Kleb- und Dichtstoffe, sowie Dichtmassen

Silikon-Polymere unterscheiden sich grundsätzlich von den anderen hier behandelten Polymertypen, da das Rückgrat der Silikone nicht wie bei den üblichen organischen Polymeren aus Kohlenstoffketten aufgebaut ist. Vielmehr wechseln sich in der Hauptkette Silicium-Atome und Sauerstoff-Atome ab. Für die Kleb- und Dichtsysteme werden sogenannte Prepolymere eingesetzt, deren Kettenenden durch funktionelle Gruppen so ausgestltet sind, dass sie unter Einwirkung von Luftfeuchtigkeit oder nach Zugabe eines Härters zu einem hochmolekularen Polymer vernetzen. Anwendungsgebiete sind heutzutage weniger Klebstoffe als vielmehr Dichtstoffsysteme, wie man sie als Sanitärsilikone kennt.

 

Zubehör: Primer, Aktivatoren, Reiniger und Dosiergeräte

Haftvermittler sind wie Klebstoffe chemisch reaktive Substanzen, so dass man die Anwendungshinweise wie Ablüftzeit, Offenzeit, Haltbarkeitsdatum etc. exakt beachten muss. Haftvermittler kommen dort zum Einsatz, wo eine Verklebung nur mit dem Klebstoff nicht die geforderten Ergebnisse gebracht hat. Haftvermittler und Aktivatoren verbessern demzufolge die Haftun des Klebstoffs zum Substrat oder verbessern die Alterungsbeständigkeit einer Verklebung.

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